Jeder Mensch braucht eine KraftquelleTanken Sie Energie

An vielen Ecken werden uns Erholung, Entspannung und das Sammeln neuer Kraft versprochen. Die einen schwören auf Sport, andere auf Wanderungen durch die Natur oder Entspannungstechniken wie Yoga, Meditation und Übungen zur Achtsamkeit. Was taugt aber nun wirklich als Kraftquelle? Schließlich muss es in dem oft dicht getakteten Lebensalltag auch umsetzbar sein. Denn eine Kraftquelle darf nicht als zusätzliche Aufgabe oder gar als zeitliche Belastung empfunden werden. Und: Brauchen Sie das überhaupt – eine Kraftquelle?

Kajak fahren

© Free-Photos/pixabay

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Der Frühdienst hat Ihnen wieder sehr viel abverlangt. Der letzte freie Tag liegt einige Zeit zurück. Ihr Alltag bestand vorwiegend aus Arbeit, aus Haushalt, Schlaf, Routine. Für anderes fehlte Ihnen entweder die Zeit oder die notwendige Energie. In dieser Situation ruft Ihre beste Freundin an, die geregelte Arbeitszeiten hat, und sich mit Ihnen treffen möchte. Da könnte Folgendes in Ihnen vorgehen: „Ich würde ja so gerne, aber ich will nur noch auf die Couch. Außerdem muss ich noch so viel erledigen …“ Die Freundin lässt nicht locker. Sie gehen spazieren, essen zusammen, unterhalten sich gut, lachen viel. Mit anderen Worten: Sie schalten endlich mal wieder so richtig ab. Am nächsten Morgen gehen Sie gut gelaunt und voller Energie zur Arbeit, obwohl Sie zu spät im Bett waren. Denn Ihr Tank ist neu gefüllt. Das Treffen mit der Freundin war eine wichtige Kraftquelle für Sie.

Tankstellen für den Kopf

Bei einem Pkw stellt niemand in Frage, dass der Tank regelmäßig neu befüllt werden muss. Spätestens, wenn die Tankuhr auf Reserve steht, steuert man die nächste Zapfsäule an. Für den mentalen Tank gibt es aber leider keinen direkten Anzeiger oder gar eine rote Warnlampe. Die Anzeichen für Energiemangel sind bei jedem Menschen anders, zum Beispiel Lustlosigkeit, Gereiztheit, Schlafprobleme oder eine deprimierte Stimmung. Am besten lassen Sie es gar nicht erst soweit kommen und bauen Kraftquellen in Ihren Alltag ein. Sie sind genauso wichtig wie Familie, Haushalt und Arbeit. Denn ohne sie können wir andere Aufgaben auf Dauer nicht bewältigen. In einem gebenden Beruf ist es besonders wichtig, den mentalen Kräftetank regelmäßig neu zu befüllen.

Die mentalen Tankstellen sind so unterschiedlich wie die Bedürfnisse der Menschen. Grundsätzlich können Sie sowohl aus Ruhe als auch aus aktiven Quellen neue Kraft schöpfen. Beide Elemente haben bei den meisten Menschen einen festen Platz. Die gemeinsame Mahlzeit im Kreis der Familie oder mit Freunden kann z. B. eine genauso große Kraftquelle sein wie das Alleinsein. Vielleicht tut es Ihnen gut, ein Buch zu lesen, Ihre Lieblingsmusik zu hören oder einfach nur die Gedanken schweifen zu lassen. Auch Spiritualität ist für viele eine Kraftquelle, die unterschiedlich gelebt wird

Kraftquellen finden

Falls Sie Ihre Kraftquelle noch nicht gefunden haben sollten, können Sie sich Anregungen aus Ihrem Umkreis holen. Aber vergessen Sie nicht: Unter Umständen brauchen Sie etwas ganz anderes. Auch wenn die Kollegen joggen oder meditieren, ist es für Sie vielleicht wichtiger, beispielsweise Zeit mit Nichten und Neffen zu verbringen. Wie aber finden Sie nun Ihre persönliche Kraftquelle, wenn Sie noch keine haben? Folgende Fragen können Ihnen bei der Suche helfen:

  • Stellen Sie sich vor, Sie bekämen einfach so freie Zeit geschenkt. Was kommt Ihnen als Erstes in den Sinn, um diese Stunden zu füllen?
  • Bei welcher Tätigkeit können Sie die Zeit vergessen und „in sich selbst versunken“ sein?
  • Was wollten Sie schon lange mal wieder tun? Erfreuen Sie sich an Zeit in der Natur? Mögen Sie Handarbeiten, egal, mit welchem Material? Gibt es ein Hobby, das Sie schon lange reaktivieren wollten? Sei es musizieren, tanzen gehen oder ein Mannschaftssport?
  • Oder haben Sie sogar einen langgehegten Wunsch, den Sie immer wieder verschoben haben? Zum Beispiel Gesangsstunden nehmen oder ein Buch schreiben?
  • Welche kleinen Freuden durchziehen Ihren Alltag?
  • Was für Gründe fallen Ihnen ein, um jeden Tag dankbar zu sein?

Verabredung mit sich selbst

Zu Beginn ist es am schwersten, Kraftquellen genug Aufmerksamkeit zu schenken. Starten Sie mit möglichst kleinen Schritten, damit es klappt, etwa einmal pro Woche für eine halbe Stunde zu joggen. Treffen Sie eine feste Verabredung mit sich selbst und mit dem, was Ihnen wirklich gut tut.

Bleibt noch die Frage, wie kommen Sie an eine Alltagskraftquelle, die zeit- und ortsunabhängig ist? Oft geben uns kleine Dinge Energie, die wir sonst gern übersehen, etwa die singende Amsel auf dem Weg zur Arbeit, die anerkennenden Worte des Kollegen, der Spaziergang mit dem Hund. Die Erinnerung an ein schönes Erlebnis aus dem letzten Urlaub, das Lächeln, das Sie durch ein paar freundliche Sätze der Kassiererin im Supermarkt entlockt haben. Der Moment des Innehaltens. Was auch immer Ihre ganz persönliche Kraftquelle ist, Sie sollten sie pflegen, damit Sie auch morgen noch voller Kraft sind. Aus Liebe zu Ihrem Leben und zu sich selbst.

 


 

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