Vertrauensvolle Beziehungen gestaltenIdiolektik in der Pflege – Elemente und Methoden

Jede pflegerische Tätigkeit ist mit Worten verbunden. Folglich kann man sagen: Pflege ist Kommunikation. Einem guten Gespräch liegen unterschiedliche Elemente zugrunde, welche das sind und wie die Methoden der Idiolektik die Beziehungsgestaltung in der Pflege positiv beeinflussen können, erfahren Sie im Beitrag.

Pflege braucht gut Kommunikation

Wie Sie mit Idiolektik vertrauensvolle Beziehungen gestalten © auris/stock.adobe.com

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Es ist immer das Gespräch, welches das Wohlbefinden und die Beziehung der zu Pflegenden, aber auch der Pflegenden selbst, bestimmt. Entscheidende Elemente eines guten Gespräches sind:

  • zuhören können: annehmen, was der andere gerade ausdrücken möchte, und dieses würdigen
  • anerkennen und nicht werten
  • bei den Worten des anderen dabeibleiben
  • offen und aufmerksam sein.

Wird diese kommunikative Kompetenz gelebt, so entstehen Vertrauen und die Basis einer tragenden Beziehung.

 

Was ist Idiolektik?

Die Eigensprache eines Menschen bezeichnet man als Idiolekt. Jeder Mensch ist einzigartig und individuell. So wie sein Fingerabdruck nur einmalig einem Menschen zuzuordnen ist, so drückt er sich in seiner Sprache auch einmalig aus.


Methoden der Idiolektik 

Eine gute Kommunikation erfordert, Gesprächsmethoden zu kennen und praktisch anwenden zu können. Diese sind einfach zu beschreiben, in der Anwendung jedoch nicht ganz leicht und erfordern Übung. Hat man die Gelegenheit, sie in einem Seminar auszuprobieren, so erfährt man oft eine überraschende und / oder ihre heilsame Wirkung.

 


 

Magazin Cover Pflege

Die Beiträge der Ausgabe pflegen: palliativ: „Kommunizieren“ beschäftigen sich mit verschiedenen Aspekten von Kommunikations- und Beratungskompetenz – sowohl im Kontakt mit Patienten und Angehörigen wie auch im interprofessionellen Team.


Kommunizieren

pflegen: palliativ Nr. 39


 

Fragen stellen 

Oft leitet man eine Frage mit einer Begründung ein, warum man fragt. Damit werden die Gedanken in die Frage gepackt. In einer idiolektischen Frage lässt man das alles weg. Man stellt einfache, offene Fragen. Je kürzer, desto besser, z. B.: Wie ist das? Was meinen Sie damit? Wie sieht das aus? Was fällt Ihnen noch dazu ein? Diese einfachen Fragen wirken in unseren alltäglichen Gesprächen eher fremd. Werden sie jedoch in Verbindung mit einem Schlüsselwort angewandt, das man vom anderen gehört hat, so läuft das Gespräch flüssig und in der Eigensprache des anderen.

 

Schlüsselwörter aufgreifen 

Schlüsselwörter sind Wörter, die im Gesprächsverlauf beim anderen auffallen – sei es, dass sie lauter oder leiser, besonders betont ausgesprochen oder öfters wiederholt werden. Es ist anzunehmen, dass diese Aussagen von besonderer Bedeutung für die andere Person sind. Es wird aber nicht nach der Bedeutung gefragt, man greift sie einfach auf und führt das Gespräch mit einer offenen Frage weiter.

 

Auf Metaphern und Bilder eingehen 

Am Lebensende drücken sich manche Menschen in Bildern aus. Kann man im Gespräch in diese Bilder einsteigen, so eröffnet sich die Welt des anderen. Nähe, Vertrauen und Wohlbefinden entstehen. Ein Zugang zu Patientinnen und Patienten, die sich vielleicht nicht mehr rational äußern können, wird ermöglicht. Sie fühlen sich verstanden und angenommen

 

Zieloffenheit, innere Weisheit, eigene Gedanken zurücksetzen – das sind nur einige Aspekte der Idiolektik. Was es bei dem Gesprächskonzept zu beachten gilt und wie Sie die Gesprächsmethode sicher anwenden können, erfahren Sie anhand eines Praxisbeispiels in pflegen: palliativ.

 

Zum Weiterlesen … 

Vertiefende Informationen zur Idiolektik finden Sie auf der Homepage der Gesellschaft für Idiolektik und Gesprächsführung (GIG) e. V.

 

Die Biografie der Autorin gibt einen schonungslosen und humorvollen Einblick in ihren Werdegang in der professionellen Pflege:

Olbrich, Christa (2019): Von der Kuhmagd zur Professorin. Ein Leben voller Herausforderungen. Berlin / München: Novum Verlag

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