Blogreihe: Palliative SedierungstherapieOrganisation ist alles!

Die Durchführung einer Palliativen Sedierung (PST) erfordert Fachwissen und Empathie. Im Vorfeld und während der Therapie, sollte das pflegerische und medizinische Personal auf mögliche Komplikationen vorbereitet sein, um Notfälle zu verhindern.

©Stergo/pixabay

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Die Palliative Sedierungstherapie sollte sorgfältig protokolliert werden. Eine Möglichkeit ihre Aufzeichnung strukturell festzuhalten, finden Sie hier.

Beginn und Einleitung der Palliativen Sedierungstherapie

Die Dosisfindung (Titration) einer Medikation findet durch Arzt und Pflege statt. In möglichst ruhiger Atmosphäre wird auf die Emotionen des Patienten geachtet, während alle 15 – 20 Minuten eine Beurteilung der Bewusstseinslage und der Intensität des Zielsymptoms durchgeführt wird.

Einigte man sich auf elektronische Überwachung der Vitalparameter (Monitoring) werden Atem-, Herzfrequenz, Blutdruck und Sauerstoffsättigung gemessen. Zur Beurteilung des Comforts werden Mimik, Körperspannung, Schweiß, Tränen und Lautäußerungen herangezogen.

Zur Einschätzung (Assessment) des Bewusstseins steht eine Reihe von Messinstrumenten zur Verfügung:

  • Ramsay Sedation Scale RSS
  • Sedation Agitation Scale SAS
  • Richmond Agitation Sedation Score RASS +, etc.

Im Verlauf der Therapie

Je nach Umfeld sollte etwa alle zwei Stunden, mindestens aber dreimal täglich ein Assessment auf die Intensität des Zielsymptoms stattfinden, um eine eventuelle Anpassung der Sedierungstiefe vorzunehmen. Weiter ist auf mögliche Nebenwirkungen zu achten, wie Delir, Agitation, Atemdepression (Hypoventilation) oder Einatmung von Flüssigkeit (Aspiration). Diesbezüglich ist das Umfeld zu schulen und ein Gegenmittel (Antidot) für den Bedarfsfall bereit zu halten. Eine laufende Abwägung, ob eine Überwachung mittels Monitoring nicht zu Gunsten der Beurteilung über Zeichen des Comfort (Mimik, Körperspannung, Tränen, Schweiß, Lautäußerungen) abgelöst werden könnte, ist bei zunehmender Todesnähe zu treffen.

Nach der Sedierung

Beim Aufwachen nach einer intermittierenden oder respite PST benötigen Patienten eine einfühlsame Begleitung zurück ins Leben. Es ist möglich, dass erst langsam die terminale Situation wieder ins Bewusstsein tritt und zu erneuter Verzweiflung führt. Auch ist nach dem Erleben der PST zu fragen, da unter Umständen beängstigende oder schamerfüllte Erinnerungen, die im Rahmen eines hypoaktiven Delirs erlebt wurden, auftreten können. Ist der Patient verstorben, sind Angehörige zu begleiten. Es sollte Offenheit für nichtgestellte Fragen und Zweifel, die auch noch in der Zukunft auftreten können, vermittelt werden. Neben Dokumentation, Fertigstellung und Kontrolle des Protokolls sollte eine Teamreflexion erfolgen.

So geht es weiter…

Auf der einen Seite kann die Palliative Sedierungstherapie eine Entlastung bieten, auf der anderen Seite gibt es eine Reihe problematischer Aspekte, die es zu beachten gilt.


Das ständige Erleben von Tod und Sterben und die häufigen Verlusterfahrungen können Pflegekräfte in der Palliative Care stark belasten. Wie Sie mit solchen herausfordernden Situationen umgehen können, erfahren Sie in pflegen: palliativ mit dem Heftthema Fatigue.

Den Beitrag dazu finden Sie hier 


Literatur und Quellen:

Alt-Epping B et al.: Sedierung in der Palliativmedizin. Leitlinie für den Einsatz sedierender Maßnahmen in der Palliativversorgung. European Association for Palliative Care (EAPC). Schmerz 2010; 24: 342-354

Cherny N, Radbruch L: EAPC recommended framework for the use of sedation in Palliative Care. Pall Med. 2009; 23 (7):581-559

Klein C: Entscheidungsprotokoll Palliative Sedierung. UK Erlangen. http://www.palliativmedizin.uk-erlangen.de/forschung/downloads/dokumentationsvorlagen-palliative-sedierung/  11.06.2019, 13.55

Schildmann E, Schildmann J: Palliative sedation therapy: a systematic literature review and critical appraisal of available guidance on indication and decision making. J Palliat Med 2014; 17 (5): 601-611

Weixler D et al: Leitlinie zur Palliativen Sedierungstherapie. Ergebnisse eines Delphiprozesses der Österreichischen Palliativgesellschaft. Wiener Medizinische Wochenschrift 2016.  DOI 10.1007/s10354-016-0533-3

 


 

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