Musik in der Pflege von Menschen mit DemenzSo schaffen Sie eine Wohlfühlatmosphäre in Ihrer Pflegeeinrichtung

In Seniorenheimen und ambulanten Pflegeeinrichtungen begleitet Musik oft den Tag. Dabei sollte auf die richtige Dosis geachtet werden, denn permanente Beschallung kann vor allem für Menschen mit Demenz negative Folgen haben. Wie Sie Musik in der Pflege für das Schaffen einer Wohlfühlatmosphäre nutzen können, erfahren Sie im Beitrag.

Musik in der Pflege von Menschen mit Demenz

Musik in der Pflege von Menschen mit Demenz sollte dosiert eingesetzt werden © Guitarfoto studio/shutterstock.com

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Bitte leiser!

Die Reizüberflutung von Menschen mit Demenz, durch zum Beispiel ratternde Wäsche- oder Servierwagen und laute Schritte, aber auch eine Unterforderung mit „akustischem Futter“ können für hausgemachte Stresssituationen sorgen, auf die demenzerkrankte Menschen mit agitiertem Verhalten reagieren können.

Musik in der Pflege von Menschen mit Demenz muss dosiert und verantwortungsvoll eingesetzt werden 

Lieder transportieren Botschaften zwischen den Zeilen und Tönen, die von allen verstanden werden. Sie sind Träger von Lebensweisheiten und Lebensthemen. Lieder sind randvoll mit Symbolen und Atmosphären und drücken aus, was schwer in Worte zu fassen ist, wenn die Haltung dahinter stimmt: meine ich etwas anderes als ich singe oder sage, transportiere ich Widersprüchlichkeiten und die Unruhe meines Gegenübers wird nicht abnehmen. So transportieren Wiegenlieder Wärme und Behaglichkeit und eine frühe Form der Bindung und Beziehung. So wird ein wiegenliedähnlicher Singsang in allen Kulturen doch intuitiv von nahen Bezugspersonen eines Kindes angestimmt, um ebensolche Sicherheit zu vermitteln.

So gestalten Sie eine Wohlfühlatmosphäre 

Die Gestaltung einer Umgebung der Geborgenheit und Sicherheit als Gegenpol

zu Agitiertheit mit musikalischen Mitteln kann erreicht werden durch z. B.:

  • den Einsatz von biographisch bedeutsamer Musik, die der Wahrnehmung der aktuellen Gefühls- und Bedürfnislage entspricht 
  • indem wir Lieder „zu Ende singen“ und somit keine Affekte und Emotionen in der Luft hängen lassen,
  • durch den achtsamen Umgang mit vibroakustischen Instrumenten (Instrumente, die körperlich erlebbar sind, zum Beispiel die Sansula) und die Abkehr von Pauschalisierungen wie „Klangschalen sind immer toll für Menschen mit Demenz“,
  • durch rhythmische Interventionen, die Struktur geben und Affekte und Emotionen in eine Form bringen (z. B. indem ein Rütteln an Stühlen durch das Klopfen eines einfachen Rhythmus auf der Tischplatte als Kontaktangebot erwidert wird).

 

Zur Ausgabe 'Agitiertes Verhalten'

Hier erfahren Sie, wie Pflegende auf belastenden Verhaltensweisen in der Praxis reagieren und welche präventiven Interventionen zum Einsatz kommen können.


Agitiertes Verhalten

pflegen: Demenz Nr. 50/2019

 


Der aktuelle Expertenstandard zur „Beziehungsgestaltung in der Pflege von Menschen mit Demenz“ hebt deutlich hervor, dass gute Pflege aus Kontakt entsteht. Kontakt und Beziehung ermöglicht Menschen mit Demenz, sich selbst zu regulieren. Je mehr Musik als Form des Kontaktes aus der personzentrierten Haltung heraus in die Pflege integriert wird, umso mehr wird die Lebensqualität von Menschen mit Demenz steigen.

Mehr über die Autorin erfahren Sie hier.

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